19.00 Uhr - 22.00 Uhr

Um 19.00 Uhr wird die 11. Greizer Museums- und Kulturnacht 2015 durch den Bürgermeister der Stadt Greiz, Herrn Gerd Grüner, in den Räumen des Sommerpalais Greiz eröffnet.

Ausstellung „Alles unter Kontrolle“ – 8. Triennale der Karikatur.

Die Abhörskandale liegen bereits ein Jahr zurück, abgehört wird aber immer noch. Britische Journalisten belauschten britische Politiker und sogar die Queen am Telefon. Die National Security Agency der USA überwachte sowohl politische Gegner als auch politische verbündete, sogar das Telefon der Kanzlerin.

Auch wir geben tagtäglich intimste Angelegenheiten in ein Netzwerk preis, das nie vergisst.

Diese immense gesellschaftliche Überwachung, Kontrolle und drohende Vorratsdatenspeicherung sowie deren Sinn und Unsinn kann nur noch durch die Verzerrung ins Groteske deutlich gemacht werden.

78 namenhafte deutsche Karikaturisten greifen das Thema auf und zeigen in der Ausstellung ihre Sicht auf die immer noch aktuellen Geschehnisse.

19.00 Uhr – 22.00 Uhr

Ralf Alex Fichtner

Karikaturist Ralf Alex Fichtner zeichnet Porträts der Gäste im Sommerpalais

Die ersten künstlerischen Erfolge hatte der in 1952 in Aue geborene Künstler im Ausland. In der DDR wurde er lange Zeit ignoriert. 1980 erfolgte der Durchbruch beim Eulenspiegel mit schwarzhumorigen Cartoons, Comics und Collagen.

1984 wurde er in den Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen und seit 1988 arbeitet er freiberuflich. Inzwischen kann Fichtner auf rund 40 Personalausstellungen zurückblicken sowie unzählige nationale und internationale Beteiligungen.

Zweimal war er Preisträger beim Satiricum in Greiz 1980 und 1990, gewann 1995 den 1. Preis bei einem Wettbewerb der Herkuleskeule in Dresden und den 3. Preis beim Faber-Castell Cartoon-Award, sowie im Jahr 2000 den Hauptpreis bei einem internationalen Cartoonwettbewerb des Goethe-Institutes zur EXPO 2000 in Hannover. 2002 folgte ein Spezialpreis in Kyoto (Remembering 9/11).

19.30 Uhr – 20.15 Uhr und 20.30 Uhr – 21.15 Uhr

Foto: C. Tim Trzoska

Lesung OL – Forelle grau

OL (bürgerlich Olaf Schwarzbach) ist Teil der kreativen Untergrundszene von Ostberlin. Viele von ihnen warten auf die Ausreise, machen das Beste aus ihrer Zeit. Sie haben kaum Perspektiven, wenig Respekt und führen ein lustvolles Leben. Mit sechzehn hat er zum ersten Mal Kontakt zur Staatssicherheit, die ihn fortan Forelle nennt - vielleicht wegen seines Nachnamens, vielleicht weil seine Persönlichkeit so schillernd ist wie eine Regenbogenforelle. Als die Stasi während der Durchsuchung einer Wohnungsausstellung Kopien seiner systemkritischen Comics findet, verbrennt er die Originalzeichnungen und flieht.
Eigentlich wollte er nie in den Westen. Direkt und ohne Eitelkeit erzählt OL seine ganz persönliche tragikomische Ost-West-Geschichte - weil er genervt ist von Erzählungen und Mythen über den Osten, die so gar nicht seinen Erinnerungen entsprechen, und weil er vieles anders sieht. Vor allem mit einer großen Portion Humor und Selbstironie.

OL kam 1965 in Ostberlin an der Spree zur Welt. Nach einer Lehre als Offsetdrucker arbeitete er als Kupferdrucker beim Staatlichen Kunsthandel der DDR und flüchtete 1989 vor Wehrdienst und Staatssicherheit nach München. Seit 1991 lebt er wieder in Berlin und zeichnet für verschiedene Medien: unter anderen »Kowalski«, »zitty«, »Der Tagesspiegel«, »Börsenblatt«, »Jungle World«, »tip Berlin« und n-tv. Für das Wochenmagazin der »Berliner Zeitung« entstehen seit 1997 die wöchentlichen Strips »Jürgen der Trinker« und »Die Mütter vom Kollwitzplatz«. 2003 und 2013 wurde er mit dem Deutschen Karikaturenpreis ausgezeichnet. OL ist Vater von zwei Töchtern.

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