Ein Freiwilliges soziales Jahr in der Kultur

...ein Jahr voller interessanter und einmaliger Eindrücke für Jugendliche und junge Erwachsene


Die Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz befinden sich im historischen Ensemble von zwei Residenzschlössern, die einzigartige bauhistorische Zitate von der Romanik bis zum Jugendstil darstellen.

Im Museum im Oberen Schloss und im Museum im Unteren Schloss mit Textilschauwerkstatt befinden sich erlebnisorientierte Dauerausstellungen und aktuelle Sonderausstellungen.

Ab sofort bieten wir Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die ihr 27. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, nach dem Abschluss der Schul- oder Lehrausbildung eine freie Stelle im Rahmen des freiwilligen sozialen Jahres in der Kultur an.

Das FSJ beginnt am 01. September 2018 und endet am 31. August 2019.

Bewerber/innen sollten Freude an kreativem Gestalten, kultureller Arbeit und der Interaktion mit Menschen haben.

Wir bieten umfangreiche Einblicke in die vielschichtige museale und kulturelle Arbeit der Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz. Ihr bekommt die einmalige Möglichkeit an der Umsetzung neuer Sonderausstellungen mitzuwirken und werdet aktiv in die museumspädagogische Arbeit involviert. Darüber hinaus habt ihr die Möglichkeit eigene Konzepte zu kulturellen Veranstaltungen umzusetzen.

Das Museumsteam wünscht sich einen zuverlässigen, teamfähigen, belastbaren und kreativen Kopf, der mit seinem Engagement punkten kann.


Eindrücke ehemaliger FSJler

"Ich habe mein Abitur im beschaulichen Weserbergland gemacht und bin 2007/2008 direkt in mein FSJ Kultur im Museum im Unteren Schloss in Greiz gestartet. Statt direkt mit Studium oder Ausbildung zu beginnen, wollte ich die Chance nutzen den Kulturbereich kennenzulernen. Mein Berufsziel: „irgendwas mit Kultur und Menschen“.

Ein Museum im Schloss klang im ersten Augenblick nicht nach der reizvollsten Einsatzstelle, so ganz ohne Faible für das ganze Historische und Fürstliche, aber der Funke sprang schnell über. Und inmitten der spannenden Familiengeschichte der Reussen entdeckte ich sogar bald familiäre Bande zu meinem „heimischen Fürstenhaus“ Schaumburg-Lippe!

Erste Antworten auf die Frage „Wie funktioniert eigentlich ein Museum?“ habe ich im Laufe meines Jahres in Greiz finden können. Der Vorteil eines städtischen Museums mit einem kleinen Team ist, dass man als FSJler in nahezu alle Bereiche schnuppern kann und muss. Museumspädagogik, Ausstellungsplanung, -aufbau, -betreuung, Grafik, Aufsicht, Dokumentation,... man lernt sehr schnell, wo die persönlichen Stärken und Schwächen liegen.
Ich möchte Begeisterung für die Kunst wecken, Interesse am Werk wachrütteln, die Freude über eine schöne Arbeit weitertragen und anderen Menschen vermitteln wie toll und wie wichtig die Kunst- und Kulturarbeit ist. Deswegen habe ich mich im Anschluss an mein Jahr in Thüringen auch dazu entschieden Erziehungswissenschaft und Kunstgeschichte zu studieren.

Nach meinem Masterstudium Schwerpunkt „Moderne Kunst“ in Bochum und Basel bin ich nun fertig mit dem Studium und seit Frühjahr 2015 im wissenschaftlichen Volontariat in einem Kunstmuseum. In meinen verschiedenen Praktika im Kunstverein und Kunstmuseen und auch jetzt im Volontariat half mir oftmals eines: die ersten museumspraktischen Einblicke.
Wie funktioniert ein Museum? Kann und will ich in solch einer Kultureinrichtung arbeiten? Vor allem habe ich eines gelernt: es gehören viel Spaß an der Arbeit und eine gehörige Portion Optimismus zur Kulturarbeit im Allgemeinen und zur Museumsarbeit im Besonderen dazu – sonst geht einem schnell die Luft aus.

In Greiz habe feststellen dürfen, dass ich genau das habe: viel Freude im Museum. Und diese Freude trage ich nach einigen Perspektivwechseln und Umzügen auch weiterhin mit mir. Ebenso wie auch meinen Fußballpokal, den ich im Rahmen des Kickerturniers beim Sommerfest im Spiel gegen den Museumsdirektor Rainer Koch gewonnen habe." (Sarah Wöhler)


"Hallo mein Name ist Martin Enderlein, ich absolvierte mein kulturelles Jahr in den Museen der Schloss und Residenzstadt Greiz von Anfang September 2013 bis Ende August 2014. Zur Zeit studiere ich im Bachelor Studiengang Design an der Hochschule Anhalt in Dessau-Roßlau.

Im meinem kulturellen Jahr lernte ich zum ersten Mal einen richtiger Arbeitsalltag kennen, der länger und dauerhafter war als jegliches meiner vorigen Schulpraktika.
Das Arbeiten im Team stand immer im Mittelpunkt. So wurden praktische Aufgaben wie der Ausstellungsaufbau und die Besucherbetreuung koordiniert und umgesetzt. Der soziale Aspekt wie Zusammenarbeit und Kommunikation waren sehr wichtig und da ich gut integriert wurde, fiel es mir leicht. Außerdem boten die täglich neuen Besucher stets Abwechslung und interessante Gespräche. Der kulturelle Inhalt der Arbeit, wie der Kontakt mit Künstlern und den stetig wechselnden Ausstellungsobjekten, das Magazin mit seinen verschiedensten Sammlungen sowie die über das ganze Jahr verteilten Konzerte und Veranstaltungen in den Museumsräumen, waren tolle Erlebnisse für mich. Die Vielseitigkeit der alltäglichen Aufgaben und einzigartigen Erlebnissen sowie die Übertragung von wirklicher Verantwortung, (hatte diese nie in einem meiner sechs Schul- und Berufsschulpraktika übertragen bekommen) haben mich sehr beeinflusst und mir viel Selbstvertrauen gegeben.

Durch diese Entwicklung bin ich erheblich flexibler und kommunikativer geworden. Es erleichterte mir die Anfangszeit des Studiums enorm und bis heute profitiere ich davon. Dafür bin ich dem Kulturellen Jahr, seinen Betreuern mit ihren tollen Seminaren und besonders dem gesamten Team der Museen der Schloss- und Residenzstadt, sehr dankbar.
Außerdem gibt eine Verbindung zwischen dem FSJ und meinem Design Studium. Der in Dessau-Roßlau angebotene Fachbereich nennt sich „exhibition design“ und lehrt über sinnvolle Gestaltungswege, Planungsvarianten und Aufbauvorgänge von Ausstellungen."


"Angefangen habe ich, wie auch die FKJler vor mir, am 1. September. Es gab eine kleine Einführung, mir wurde erzählt wo was ist und ich bekam auch schon die 1. Aufgabe (wobei man sich an diese kaum erinnern kann.)

Mit den Kollegen habe ich mich schnell angefreundet und ich muss sagen, es ist eine amüsante, bunte, freundliche und coole Truppe. Die Interessen oder die Fähigkeiten gehen von Geschichte bis zu kreativen Bereichen wie Dekorieren oder Basteln. Du kannst mit ihnen über alles sprechen - oder fast alles. Justin Bieber ist halt kein guter Gesprächsstoff-, auch wenn die Alterspanne von sagen wir mal 18 bis ungefähr 60 geht.
Ebenfalls ist die Arbeit an sich hier sehr abwechslungsreich.
Man hilft sowohl bei den Ausstellungsumbau (Bilder einrahmen, Fahnen schneiden, Bilder aufhängen), im Büro (Text für Facebook schreiben, Texte etc. kopieren, recherchieren und so weiter und so fort), bei Veranstaltungen (Sektempfang, Fotografieren, Geäste betreuen.)
Apropos Gäste betreuen: Wenn man welche beim Eingang empfängt, darf eine kleine Einführung mit ein paar markanten Daten nicht fehlen. Nach einiger Zeit ist man auch bereit, eine kleine komplette Führung oder Schloss- Action- Spiel mit einer Grundschulklasse/ Kindergartentruppe zu übernehmen.
Die Arbeitstage sind gewöhnlich vom Dienstag bis Freitag. Ausnahmen sind Wochenenddienste oder Ausstellungsumbau oder verschiedene Feste wie Weihnachten, Hochzeiten etc. Ist aber halb so schlimm wie es klingt, denn die Stimmung an sich ist sehr schön und auf dem Oberen Schloss habt ihr eine grandiose Aussicht auf Greiz (besonders in der Weihnachtszeit.) Ihr müsst nur in den Wintermonaten einen etwas dickeren Pulli mitbringen.
Was ich aber am allerbesten finde, ist die faire Arbeitszeit.

Nicht zu vergessen ist aber auch die Fürstenweihnacht, die -hoffe ich- auch dieses Jahr stattfindet. Man verkleidet sich als eine Dame aus der, sagen wir mal, Biedermeier Zeit und läuft so hin und her, macht Fotos und hilft dort und da -an sich viel gehen, tragen, schauen, ob alles geht. Wobei das für einen eher eine geniale Zeit mit „bombastischer“ Stimmung ist. Auch bieten solche Angelegenheiten, deine Kreativität unter Beweis zu stellen oder besser gesagt, ein kleines, feines und amüsantes Projekt zu veranstalten wie ein Fenstertheater mit selbstgebastelten Puppen aus Pappe und einem einmaligen Tannenbaum! Blöd nur, wenn das Wetter nicht mitspielt.
Im Allgemeinen lernst du hier, Verantwortung zu übernehmen wie durch das Fenstertheater. Du planst, wie du mit deinem Geld umgehst, wie du deine Stunden regelst, wie du deine Arbeit machst.
Und genau dies, meine Lieben, ist so ziemlich wichtig für die Zukunft- vor der man mehr Angst hat als vor einem Löwen.

Was ich persönlich in der Zukunft mache, ist ein Geheimnis. Noch zumindest. Dennoch danke ich vielmals dem Team von Unteren und Oberen Schloss Greiz für die Unterstützung- und die Kekse!
Danke!" (Maria Stiben)


"Mein Freiwilliges Soziales Jahr in der Kultur absolvierte ich nach meinem Abitur von 2008 bis 2009 im Unteren Schloss in Greiz. Nach dem Abitur hatte ich den großen Wunsch in einer Kultureinrichtung zu arbeiten, weil mich Kultureinrichtungen, insbesondere Museen, schon immer interessiert haben! Wie ist die Arbeit in einem Museum?
Was muss da alles gemacht werden und welche Abteilungen gibt es überhaupt? Wie werden Ausstellungen geplant und durchgeführt? Die Vorstellung auch nach der Ausbildung im Museum zu arbeiten gefiel mir sehr gut. Also bewarb ich mich in mehreren Bundesländern für ein FSJ Kultur und landete schließlich in Thüringen.

Natürlich wünscht man sich als frischer Absolvent ins Ausland zu gehen oder in Deutschland in eine größere Stadt zu ziehen. Und dass es mich dann nach Greiz gezogen hat, hätte ich selbst nie für möglich gehalten! Tatsächlich sagte mir dieses kleine hübsche Städtchen zunächst nichts und ich musste es erst einmal auf der Karte suchen. Ein paar Bedenken waren anfangs natürlich da, aber nachdem ich dort meinen Dienst angetreten hatte, waren meine Sorgen binnen der ersten Wochen sehr schnell verflogen! Das Gute in einem kleineren Betrieb zu arbeiten ist, dass man alle Abteilungen kennenlernen kann. Ich war gleich mittendrin im Geschehen!

Während meines FSJ’s konnte ich in allen Abteilungen des Museumsbetriebs einen sehr guten Einblick gewinnen. Von der Museumspädagogik, zum Ausstellungsdesign, Gästebetreuung, Ausstellungseröffnungen bis hin zur Dokumentation und Archivierung. Überall durfte ich reinschnuppern und wurde immer toll betreut und unterstützt. Durch die familiäre Stimmung im Team, hat mir die Arbeit sehr viel Spaß gemacht. Ich habe in diesem Jahr viel gelernt, nicht nur über den Ablauf und Alltag eines Museumsbetriebes, sondern auch über mich selbst.
Mein Berufswunsch hat sich während meines Bachelorstudiums Geschichte / Interkulturelle Wirtschaftskommunikation in Jena geändert, da ich im Laufe des Studiums mein großes Interesse an China entdeckt habe. Ich lebe zurzeit in China und mache dort das zweite Jahr meines Masterstudiums. Der Austausch und die Vermittlung zwischen Deutschland und China macht mir sehr viel Spaß!

Mein FSJ in Greiz möchte ich auf gar keinen Fall missen! Ich denke immer sehr gerne daran zurück. Teamarbeit, Austausch mit den unterschiedlichsten Menschen, das Lernen selbstständig zu arbeiten sind Erfahrungen aus meinem FSJ, die mir bis heute sehr viel bringen! Ich kann jedem nur empfehlen ein FSJ in der Kultur zu machen, vor allem in Greiz." (Ann-Christin Wunderlich)

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