Olympia - Fairplay - Leistung - Integration: Leistungs- und Breitensport in Greiz


Museum im Unteren Schloss Greiz

17. Juli - 13. November 2016
 

Dieses Jahr steht wieder das Großereignis der Sommerolympiade im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit.

Kein anderes Ereignis symbolisiert durch den fairen sportlichen Wettkampf mehr interkulturelle Weltoffenheit als die OLYMPIADE.

Auch Sportler aus Greiz erfüllten und erfüllen sich den Traum der Olympiateilnahme und konnten manchmal olympisches Edelmetall in ihre Heimatstadt mitbringen.

Vor allem im Ringen, Fußball, Radsport, Schwimmen und Turnen haben Sportler aus Greiz legendäre Erfolge erkämpfen können. Viele dieser internationalen Erfolge werden durch die Sonderausstellung im Museum im Unteren Schloss Greiz geehrt.

Eine einzigartige Kollektion olympischer Medaillen und Accessoires sind durch die Greizer Olympioniken zur Verfügung gestellt worden.

Die Ausstellung präsentiert unsere aktuellen Hoffnungsträger bei der Olympiade 2016 in Rio de Janeiro, die Radsportler Kersten Thiele und Robert Förstemann, im Kontext der großen Erfolge des Radsportlers Detlef Macha, der Fußballer Konrad Weise und Jürgen Bähringer, des Ringers Uwe Neupert, des Turners Siegfried Fülle und Kurt Rödel sowie der Schwimmer Ina Kleber, Ingrid Schmdt, Wolfgang Platzeck und Günter Titis.

Zu allen Zeiten und in allen Ländern haben sich Sportler über ideologische, rassistische oder kulturelle Grenzen hinweg die Hände für die olympischen Wettkämpfe gereicht.

Natürlich wurde der Sport - bevorzugt der Leistungssport, zu allen Zeiten auch politisch instrumentalisiert. 

Jedoch sind die sozialen sowie integrativen Momente von alltäglicher Bedeutung.

Teamgeist, Integration, Kommunikation, Sozialkompetenz, Selbstwahrnehmung, Selbstbewusstsein, Anerkennung und Fairplay sind nur einige Aspekte, die der Sport von Generation zu Generation vermitteln kann.

Die sozialen Komponenten des Breitensports sind unermesslich!

Breiten- und Leistungssport bedingen einander - Leistungssportler sind oft Vorbilder sowie Orientierungshilfen für Kinder und Jugendliche.

Deshalb wollen die Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz mit dieser Sonderausstellung auf die Basis der sportlichen Spitzenleistungen hinweisen - den Breitensport.

Viele Greizer Sportvereine haben lange Traditionen, die tief im 19. Jahrhundert verwurzelt sind. 

Aus dieser Tradition entwickelten sich bis heute einige Persönlichkeiten, die Greiz in vielen Sportarten, wie zum Beispiel im Turnen, Ringen, Fußball, Radsport und Schwimmen internationale Beachtung verliehen.

Mit dieser Ausstellung werden einerseits die Greizer olympischen Medaillengewinner mit ihren Sportarten vorgestellt und geehrt, andererseits werden ihre Lebensgeschichten weiter verfolgt und in den Kontext zu dem jeweiligen Sportverein gestellt, der diese Persönlichkeiten gefördert und ausgebildet hat.

Was ist der Sport für Dich?

Diese Fragestellung wird in allen Ausstellungsbereichen thematisiert.

Gerichtet wird diese Frage an die ehemaligen Greizer Olympiateilnehmer, Medaillengewinner, Freizeitsportler sowie Ausstellungsbesucher.

Jeder Ausstellungsraum wird dadurch persönlich geprägt und ermöglicht dadurch einen Blick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

SPORT VERBINDET 

Nicht nur ein sportlicher Slogan, der Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur alltägliche, selbstverständliche Begegnungen ermöglichen sollte.

Nur der Sport vermag Kommunikationsgrenzen der Sprache sofort aufzulösen oder rassistische und soziale Schwellenängste abzubauen.

Gemeinsam sportliche Aktivitäten zu erleben ist ein wichtiger Aspekt der sozialen Integration für jeden Menschen.

Sport ist international und interkulturell!

Sport ist persönlichkeitsfördernd

Diese Sonderausstellung der Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz wird teilweise mit den Greizer Sportvereinen realisiert und weist auf die integrativen Möglichkeiten, Synergien sowie alltäglichen Leistungen des Sports in Greiz hin. 

Die Ausstellung soll Ermutigung, Wachmacher, Zielgeber und Ehrung für die vielen Aktiven in allen Bereichen des sportlichen Lebens in Greiz darstellen sowie Ziele für eine zukunftsweisende interkulturelle Gesellschaft formulieren.

In den meisten Ausstellungsräumen können sich die Besucher auch sportlich betätigen!

1866 - Ein Krieg verändert Europa - Erinnerungsort Königgrätz


Zur Eröffnung am Sonntag, dem 14. August 2016 um 11.00 Uhr im Museum im Oberen Schloss laden wir Sie und Ihre Freunde recht herzlich ein.

 

 

Vor 150 Jahren erschütterte ein Krieg Europa, der die europäischen Machtverhältnisse dauerhaft veränderte und die kriegerischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts einläutete.

In diesem Krieg schossen Preußen auf Sachsen und Österreicher sowie andere Verbündete. Die Entscheidungsschlacht dieses Konfliktes fand vor 150 Jahren in Königgrätz (heute Tschechische Republik) statt.

Dieser Krieg beendete die Ära einer europäischen Friedensordnung, die eine innere sowie äußere Sicherheit der Bündnisstaaten gewährleisten sollte und führte zur Auflösung des Deutschen Bundes, eines relativ stabilen Staatenbundes, der in der Zeit von 1815 bis 1866 Europa prägte.

Was war der Deutsche Bund?

Der Deutsche Bund stellte eine neue europäische Friedensordnung mit einer Bedeutung für das gesamte Europa dar.

Dieser Staatenbund war das Produkt der langen Verhandlungen des Wiener Kongresses 1814/15. Die Repräsentanten von 35 souveränen Mitgliedsstaaten sowie 4 freien Städten unterzeichnet diesen völkerrechtlichen Vertrag. Das Gebiet erstreckte sich von der Ostsee bis zur Adria.

Die Bundeshauptstadt des föderalistischen Staatenbundes war Frankfurt am Main und wurde dort durch einen ständigen Gesandtenkongress, die Bundesversammlung (Bundestag) vertreten.

Zwischen Habsburg und Preußen - die Reußen

Die souveränen Länder Fürstentum Reuß älterer Linie mit der Hauptstadt Greiz sowie das Fürstentum Reuß jüngerer Linie mit der Hauptstadt Gera standen sich 1866 in den Lagern der gegnerischen Konfliktparteien gegenüber. An diesem Beispiel kann nachvollzogen werden, in welcher prekären außenpolitischen Situation sich die kleineren Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes im Konflikt zwischen den Großmächten Österreich und Preußen befanden.

Für das Fürstentum Reuß älterer Linie spitzte sich der Konflikt um die Erhaltung des Deutschen Bundes am 17. Juni 1866 zu, als die Aufforderung an das Fürstentum erging, eine Allianz mit Preußen zu schließen und sich damit vom Deutschen Bund sowie dessen Präsidialmacht Österreich loszusagen.

Die am folgenden Tag durch die Regentin Fürstin Caroline Reuss Aelterer Linie zusammengerufene Regierung entschied sich aber dazu, dies abzulehnen und bekräftigte in ihrem Antwortschreiben ihre Treue zum Deutschen Bund.

Dem am 14. Juni 1866 gefassten Beschluss zur Mobilmachung des Deutschen Bundes gegen Preußen kam die Fürstliche Regierung nach, indem sie ihr Kontingent am 15. Juni in die Bundesfestung Rastatt entsandt hatte.

In einem Telegramm vom 20. Juni 1866 erklärte Preußen dem Fürstentum Reuß älterer Linie daraufhin den Krieg, ohne dass es zunächst zu militärischen Folgen kam.

Inzwischen waren preußische Armeen ins benachbarte Königreich Sachsen, in Hannover und Hessen einmarschiert - die sächsische Armee marschierte ins österreichische Böhmen.

Am 3. und 4. Juli 1866 war die Entscheidungsschlacht bei Königgrätz, bei der die preußische Armee die österreichischen und sächsischen Truppen besiegte.

Die Greizer Fürstin Caroline versuchte unter diesen Bedingungen ihrem Sohn Heinrich XXII. Reuss Aelterer Linie den Fortbestand seiner Regentschaft zu wahren.

Am 6. August stellte Caroline an Preußen einen Antrag zur Aufnahme in den Norddeutschen Bund, der am 1. September von König Wilhelm I. hinhaltend beantwortet wurde.

Inzwischen hatten jedoch am 11. August 1866 preußische Truppen die Hauptstadt Greiz des Fürstentums Reuß älterer Linie besetzt.

Während der im September in Berlin geführten Verhandlungen zwischen Preußen und Reuß älterer Linie plante der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck eine Annexion oder Auflösung des Fürstentums. König Wilhelm I. befürwortete stattdessen die Bewahrung der monarchischen Legitimität und den Erhalt der fürstlichen Dynastie.

Der Friedensvertrag vom 26. September 1866 zwischen Preußen und dem Fürstentum Reuß älterer Linie garantierte daher den Fortbestand des Fürstentums und seines Fürstenhauses. Der Beitritt des Landes zum Norddeutschen Bund wurde von der Zahlung einer Kriegskontribution von 100.000 Talern abhängig gemacht. Die Hälfte dieser Summe zahlte die Regentin aus ihrer Privatschatulle, während die anderen 50.000 Taler die Staatskasse des Fürstentums auf Jahrzehnte hin belasteten.

Zwar erlangte das Königreich Preußen die vollständige militärische sowie außenpolitische Kontrolle über das Fürstentum, jedoch blieb Fürst Heinrich XXII. Reuss Aelterer Linie in den folgenden Jahrzehnten ein grimmiger und ausdauernder Gegner.

Diese Sonderausstellung im Museum im Oberen Schloss Greiz wurde durch eine Zusammenarbeit der Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz mit der Technischen Universität Chemnitz, dem Landesarchiv Thüringen - Staatsarchiv Greiz und dem Verein Dialog mit Böhmen e.V. Greiz realisiert.

Ausstellungstafeln der Technischen Universität Chemnitz erinnern an die Ereignisse und sächsischen Denkmäler auf den ostböhmischen Kriegsschlachtfeldern von 1866. Diese vergessenen und verdrängten Ereignisse der deutschen Geschichte werden durch einzigartige Archivalien des Staatsarchives Greiz sowie Museumsobjekte der Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz erweitert. Dadurch werden wichtige landesgeschichtliche Aspekte des Fürstentums Reuß älterer Linie hervorgehoben und die Bedeutung dieser Ereignisse in einen historisch nachvollziehbaren Kontext gestellt.

 

 

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