Weißes Kreuz

375 m über NN auf dem weithin sichtbaren Hirschstein befindet sich das "Sophienkreuz", im Volksmund aber meist als "Weißes Kreuz" bekannt. Der damals regierende Fürst Heinrich XX. Reuß Älterer Linie ließ es zum Gedenken an seine früh verstorbene erste Gemahlin, Prinzessin Sophie von Löwenstein-Wertheim, 1838 errichten. Sie verstarb im Alter von nur 29 Jahren. Durch Blitzschlag oder Sturmeinwirkungen wurde es in den Jahren 1886, 1907, 1948 und 1984 umgerissen, und anschließend immer wieder in seiner bisherigen Gestalt neu aufgerichtet. Seit 1952 steht es unter Denkmalschutz, so dass seine weitere Erhaltung gesichert ist. Der neue Farbanstrich im Jahr 2000 verleiht dem 12 m hohen Denkmal sein unverwechselbares Aussehen. Heute ist das "Weiße Kreuz" und der Hirschstein ein gern besuchtes Ausflugsziel mit einem wunderschönen Ausblick auf die Stadt Greiz und das Tal der Weißen Elster.

Pulverturm

Auf dem „Roth-Berg“, über dem Krümmetal, (325 m über NN) befindet sich der Pulverturm, der wegen seiner Bauart ein Kleinod der Stadt ist. Im Jahr 1841 wurde der Turm auf Verfügung der Reuß-Greizer Militärverwaltung erbaut. Grund war die Unterbringung eines größeren Postens Schießpulver. Die Bauleitung übernahm der fürstliche Cabinets-Rath von Grün. Ca. 20.000 Mauerziegel wurden für den 12 m hohen, quadratischen Turm (mit einer Seitenlänge von 3,35 m) verbaut. Er erhielt ein Spitzdach und ebenfalls vier Spitz bedachte Türmchen (Fialen) an jeder Dachseite. 1866 verlor der Turm seine Funktion als Pulverlager, da das Reußische Regiment für die neuen Waffen kein Pulver mehr benötigte. In den Folgejahren stand der Turm leer, drohende Abrisse konnten nur durch Notreparaturen vermieden werden. 1981 wurde der Turm grundhaft restauriert. Heute ist er ein beliebtes Ausflugsziel mit herrlichen Aussichten auf die Stadt.

 

Gasparinentempel

In 65 m Höhe über dem Talgrund hat man vom Gasparinentempel einen einzigartigen Blick zum Oberen Schloss und auf die Greizer Altstadt. Der Tempel wurde um 1822 auf dem damaligen Alexandrinenberg anlässlich der Vermählung des Fürsten Heinrich XIX. Reuss Aelterer Linie (1790-1836) mit der Prinzessin Gasparine von Rohan-Rochefort und Montauban (1799-1871) erbaut. Restaurierungen, Umgestaltungen und Sanierungen sicherten in den folgenden Jahren den Erhalt des Tempels. In Vorbereitung des „Greizer Heimatfestes“ 1934 wurde eine Generalreparatur unumgänglich. Die Holzsäulen des Tempels wurden durch acht toskanische Granitsäulen ersetzt. Der klassizistische Bau, mit einer Höhe von 8 m und einem Durchmesser von ca. 6 m, zeigt sich in einer offenen Bauweise. Der Gasparinentempel liegt auf der Strecke des Greizer Rundwanderweges (Etappe 3: Silberloch-Dölau) und ist ein besonderer Aussichtspunkt.

Ida-Höhe und das "Tal der elften Stunde"

Auf Anregung des Fürsten Heinrich XXII. Reuss Aelterer Linie (1846-1902) wurde die Ida-Höhe (320 m über NN) und das Tal der „Elften Stunde“ im Gommlaer Forst 1876 durch den Parkdirektor Rudolph Reinecken parkartig gestaltet und zu Ehren der Fürstin Ida (1852-1891) benannt. 1914 ließen die Kinder des Fürstenpaares dort ein Denkmal für Heinrich XXII. errichten. Um 1945 wurde die ursprüngliche Gedenktafel durch eine Steinplatte mit Goethe-Versen ersetzt. Die Bezeichnung „Elfte Stunde“ stammt aus der Zeit als sich im Gommlaer Forst ein Bergwerk befand (um 1749). Zu dieser Zeit war der Bergmannskompass in 24 Stunden eingeteilt. Der damalige Stollen hatte eine Südsüdost-Nordnordwest Ausrichtung und dies entsprach der elften bis zwölften Stunde auf dem Kompass. Das „Tal der Elften Stunde“, die Ida-Höhe und die Teufelskanzel sind über den Greizer Rundwanderweg (Etappe 2: Neumühle-Silberloch) zu erreichen.

Mausoleum und Waldhaus bei Greiz

Die Schönheit und Stille des Waldes regten den Fürsten Heinrich XXII. Reuß Älterer Linie an, inmitten der Wälder und in der Nähe seines geliebten Jagdsitzes beigesetzt zu werden. Im Jahr 1878 beauftragte er den Greizer Landbaumeister Eduard Oberländer mit dem Bau einer Kapelle im gotischen Stil mit Gruft, die 1883 fertiggestellt wurde. Seit 1902 ruhte dort der Fürst neben seiner Gemahlin Ida (beigesetzt bereits 1891) und seinem später verstorbenen Sohn Heinrich XXIV. Durch den Fall des Kaiserreiches und späterer Umbrüche verfiel die Grabstätte. 1969 wurden die sterblichen Überreste in das Krematorium Werdau verbracht und dort verbrannt. Die nummerierten Urnen mit der Asche der fürstlichen Familie verscharrte man auf dem neuen Friedhof in Greiz. 1997 konnten die Urnen ausfindig gemacht werden und fanden auf der ersten Empore, neben dem Prunksarg des reußischen Grafen Heinrich VI., in der Stadtkirche St. Marien einen neuen Platz.

Das Mausoleum wurde 1994 aufwendig restauriert. Die grundlegenden Bauarbeiten von der Gruft bis zum Dach legten auch das alte Portal der Kapelle frei. Bei einem Besuch des Naherholungsgebietes Waldhaus kann man sich von der schlichten Eleganz des Bauwerkes überzeugen. Die Besichtigung des Mausoleums kann man ideal mit einem Ausflug zum Tiergehege der Stadt Greiz  oder zur Naturschutzinformation Waldhaus verbinden, welches sich direkt anschließt.

 

Göltzschtalbrücke

Durch den Bau der Eisenbahnlinie Leipzig-Nürnberg entstand die Göltzschtalbrücke in den Jahren 1846-1851 durch die Sächsisch-Bayerische Eisenbahn. Da die ausführende Eisenbahngesellschaft über nur wenig Geld verfügte wurde die Brücke überwiegend aus Ziegelsteinen (ca. 26 Millionen) errichtet. Das Projekt entwarf Prof. Johann Andreas Schubert (1808-1870) unter Beteilung des Oberbauleiters Robert Wilke (1804-1889). Bis zu 1.736 Arbeiter waren monatlich auf der damaligen Baustelle tätig. Dabei verloren über 30 Menschen bei der gefährlichen Arbeit und den harten Arbeitsbedingungen ihr Leben. Sie hat eine Höhe von 78 m und eine Länge von 574 m. Damit gilt sie als die größte Ziegelsteinbrücke der Welt. Seit der Einweihung 1851,  ist sie das Verbindungsglied für den Bahnverkehr auf der Strecke Leipzig-Nürnberg. Sie gilt als das imposanteste Bauwerk des Vogtlandes und ist ein beliebtes Ausflugsziel.

 

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