Oberes Schloss

Ältestes Wahrzeichen der Stadt

Das Obere Schloss ist ein weithin bekanntes, architektonisch wertvolles und markantes Kulturdenkmal, das jeden Betrachter in seinen Bann zieht. Als Wahrzeichen vergangener deutscher Geschichte gibt es dem reizvollen Greizer Landschaftsbild im Tal der Weißen Elster ein charakteristisches Gepräge.

Vom Süden her erscheint das Obere Schloss als einfaches „Hohes Haus“. Vor allem die wirkungsvollen Renaissancegiebel des Ostflügels lassen den schlossartigen Charakter der Anlage erahnen, während vom Norden und Westen  das Obere Schloss bis heute wie eine mittelalterliche Burg wirkt. Die mehr oder minder zusammenhängenden Gebäude des umfangreichen Komplexes erstrecken sich in Form einer Ellipse von NNW nach SSW und erheben sich in der gleichen Richtung, während ein Querflügel in OW-Richtung den Innenraum abteilt.

Bereits in die Jahre 1209 und 1225 fallen die ersten urkundlichen Erwähnungen einer Greizer Burganlage auf dem 50 Meter hohen Bergkegel aus Tonschieferfels (1188 eine Burg auf dem Schlossberg nachweisbar).

Als ehemalige Burganlage der Vögte von Weida und Plauen zeigt das Obere Schloss heute noch an einigen wenigen Stellen Reste der alten Burgbefestigung. Einst umgab eine Mauer mit Schießscharten die Feste. Dazwischen lag ein Zwinger, der auf der Südseite zum Teil noch erhalten ist. Von einem südlichen Ausgang führte über eine Brücke ein Verbindungsweg zu einem Turmgebäude, dass sich an der südlichsten Spitze des Berges befand. Nach dieser "Schanze" wird der dortige Garten heute als "Untere Schanze" bezeichnet.

Seit dem beginnenden 13. Jahrhundert war die Burg Residenz der Vögte von Weida und Plauen und später der reußischen Herren. Nach einem Blitzschlag am 3. Juni 1540 brannte sie fast vollständig nieder und wurde anschließend sofort wieder neu errichtet.

Von ca. 1620 bis 1625 erhielt der Bergfried auf dem isolierten Felskegel seine jetzige Gestalt. Die Umgestaltung der Burg zur gräflichen Residenz erfolgte von 1697 bis 1714. Dabei wurde u.a. der größte Teil der Wehranlage beseitigt. Durch zahlreiche Neu- und Anbauten im spätbarocken Stil entstand in den Jahren 1733 bis 1753 der untere Schlosshof in seiner heutigen Gestalt. In einer Stadtansicht von 1714 ist erstmals der Zufahrtsweg zum Oberen Schloss von der Stadt aus zu sehen. Dieser Weg entstand in der Zeit von 1705 bis 1737 in seiner heutigen Form. Der ältere Haupteingang zur Burg befand sich am heutigen "Stelzentor". Die Auffahrt zur Burg war ursprünglich nur von der Parkgasse aus möglich.

Nach dem Umzug der reußischen Fürsten 1809 in das, nach dem Stadtbrand von 1802, wieder aufgebaute Untere Schloss, wurde das Obere Schloss Sitz der Regierungsbehörden des Fürstentums Reuß älterer Linie. Dieses Fürstentum war übrigens die flächenmäßig kleinste deutsche Monarchie des 1871 gegründeten Deutschen Kaiserreiches. Im Zuge der Novemberrevolution 1918 dankten Fürst und Landesregierung ab und das Obere Schloss wurde per Auseinandersetzungsvertrag in den Besitz  des Volksstaates Reuß überführt.

Schon im 19. Jahrhundert beherbergte das Obere Schloss viele Wohnungen. Bereits im Jahr 1884 erhielten die Einwohner den Status einer eigenen „Schlossgemeinde“ mit eigenem Bürgermeister und Selbstverwaltung. Erst 1919 wurde diese „Schlossgemeinde“ wieder in die Stadt Greiz eingegliedert. Noch heute dient ein Teil der Gebäude zu Wohnzwecken.

Im November 2010 eröffnete das Museum Oberes Schloss Greiz mit der Dauerausstellung "Vom Land der Vögte zum Fürstentum Reuß älterer Linie". Diese thematisiert die Geschichte der Vögte, der Herren, Reichsgrafen und Reichsfürsten Reuß sowie die damit verbundene kleinstaatliche Residenzkultur unter Bezugnahme zu regional bedeutsamen historischen Ereignissen. Eine architektonische Kostbarkeit des Museums ist die Romanische Doppelkapelle aus dem 12. Jahrhundert. Sie bildet einen bauhistorischen Beleg für die herausragende Bedeutung der Greizer Burganlage im 12. Jahrhundert.

Blick zum Oberen Schloss
Blick zum Oberen Schloss Im Museum Oberes Schloss
Im Museum Oberes Schloss

Tourist-Information Greiz

Burgplatz 12 / Unteres Schloss
07973 Greiz

(03 66 1) 68 98 15 / 70 32 93
(03 66 1) 70 34 34
tourismus(at)greiz.de
www.greiz.de

Das Museum Oberes Schloss ist täglich, außer montags, von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet.
Ostermontag, Pfingstmontag geöffnet
24./25./31. Dezember, 1. Januar geschlossen

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