Caroline Fürstin Reuss Aelterer Linie

Geboren:       19. März 1819 in Homburg vor der Höhe

Gestorben:    18. Januar 1872 in Greiz

Caroline Amalie Elisabeth Auguste Friederike Ludovike Christiane Josephine Leopoldine George Bernhardine Wilhelmine Woldmare Charlotte, Prinzessin von Hessen-Homburg, war das erste Kind des Prinzen Gustav von Hessen-Homburg und seiner Gemahlin, Louise Friederike von Anhalt-Dessau.Fürstin Caroline prägte als Witwe Heinrichs XX. Fürst Reuß ä.L. entscheidend die Historie des kleinsten Fürstentums Deutschlands. Die Greizer Bevölkerung hieß das frisch vermählte Paar im Oktober 1839 mit allen Ehrerbietungen in ihrer Stadt willkommen. Fürstin Caroline entwickelte zu der Greizer Bevölkerung ein gutes Verhältnis. Stets wusste sie von deren Nöten. Caroline gebar fünf Kinder, drei Söhne und zwei Töchter. Der älteste Sohn, Heinrich XXI., starb bald nach der Geburt. Der jüngste Sohn, Heinrich XXIII., verstarb im Alter von dreizehn Jahren an Thyphus. Fürstin Caroline übernahm die Erziehung der Kinder zum größten Teil selbst. Im November 1859 starb Carolines Gemahl Fürst Heinrich XX. Mit dessen letzter Anordnung wurde ihr die Vertretung ihres noch minderjährigen Sohnes Heinrich XXII., auf welchen nach hausverfassungsgemäßer Erbfolge die Fürstenwürde überzugehen hatte, übertragen. Die nahezu absolutistische Regierungsweise  erfolgte im „streng konservativen, legitimistischen und preußischen Sinne“. Nach dem verlorenen Krieg Österreichs gegen Preußen 1866 musste auch in Greiz eine geschriebene Verfassung erarbeitet werden. Im März 1867, mit der Volljährigkeit und Thronbesteigung Heinrich XXII., wurde der Verfassungsakt endlich auch im Fürstentum Reuß ä.L. de jure vollzogen. Nach 1841 erbte Caroline als letzte in der Erbfolge von ihrer Tante Landgräfin Elisabeth von Hessen-Homburg unter anderem deren umfangreiche Sammlung an Schabkunstblättern, welche seit 1921 Bestandteil der „Stiftung der Aelteren Linie des Hauses Reuß“ ist und im Sommerpalais Greiz liegt. Unter Fürstin Carolines Anteilnahme wurden 1842 in der inneren Mission die Kinderbeschäftigungsanstalt, später die Kinderbewahranstalt und das Rettungshaus ins Leben gerufen. Diese Anstalt erhielt 1852 die Rechte einer Stiftung und trägt seitdem den Namen „Carolinenfeld“. Fürstin Caroline achtete stets darauf, dass die landschaftlichen Schönheiten der Residenz erhalten blieben. Sie ließ den Greizer Park pflegen, ohne ihn zu verändern. Die Erhaltung des Hainberges, des ehemaligen Galgenberges, stellte sie in den Vordergrund. Ab dem Jahre 1861 ließ Fürstin Caroline im Gommlaer Wald einen Wildpark, eigentlich für ihren Sohn Heinrich XXIII., anlegen, der aber bereits im Oktober 1861 verstarb. Bald darauf beherbergte dieser Wildpark einen wertvollen Bestand an Hirschen und Rehen,  der durch Heinrich XXII. zu einer bekannten Zucht erweitert wurde. Fürstin Caroline nahm ihre Regentschaft sehr ernst und führte ein nur der Pflicht gewidmetes Leben. Ihre Liebe zu Österreich verlor sie nie und übertrug diese auf ihren Sohn Heinrich XXII. Zeitlebens ist sie eine fürsorgliche Landesmutter geblieben und stand ihrem Sohn bis zu ihrem Tod hilfreich zur Seite.

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