Heinrich VI. Graf Reuß-Obergreiz

Geboren: 7. August 1649 in Greiz

Gestorben: 21. Oktober 1697 in Szegedin

Heinrich VI. führte ein typisches Soldatenleben. Im Jahr 1668 begann sein Militärdienst, der sein Leben bestimmen sollte. 1671 folgte die Ernennung zum Kammerherrn am Berliner Hof. Ein Jahr später trat er in den Dienst des Münchner Bischofs Christoph Bernhard von Galen. Nach seiner Beförderung zum Major wurde er Generalquartiermeister und in den letzten Kriegsjahren im Reichskrieg gegen Frankreich Generaladjutant. 1693 kämpfte er mit den Dragonern gegen die Türken um die belagerte Stadt Wien. Neuen Kriegsruhm gewann Graf Reuß bei der Belagerung und Rückeroberung der Festung Mainz im Jahr 1689. Hier wurde er am Kopf verwundet und schwer am linken Arm verletzt. Der sächsische Kurfürst ernannte ihn daraufhin zum Generalfeldmarschall-Leutnant. Der königlich-polnische und kurfürstliche Generalfeldmarschall Graf Heinrich VI. Reuß-Obergreiz zählt heute noch zu den berühmtesten Männern des reußischen Herrscherhauses. Sein Name ist untrennbar mit den Geschicken Mitteleuropas im Kampf gegen die Türken verbunden. In der Schlacht bei Zenta am 11.09.1697 wurde ein wichtiger Sieg errungen, der nicht nur der Vormachtstellung der Türken in Südosteuropa Einhalt gebot, sondern auch zweihundert Jahre Türkenkrieg beendete. Gemeinsam mit dem Prinzen Eugen von Savoyen kämpfte Heinrich VI. an der Theiß gegen die Feinde. Während des Kampfes wurde zuerst das Pferd des Grafen verwundet, dann durchlöcherten drei Kugeln den Rock des Grafen und zerschossen seinen rechten Arm. Das verletzte Pferd trug seinen schwer verwundeten Herrn vom Kampffeld. Vor seinem Tod gab Heinrich VI. noch den Befehl, sein Pferd zu malen und ihm das Gnadenbrot zu gewähren. Noch dreißig Jahre überlebte das treue Tier auf dem Oberen Schloss in Greiz seinen Besitzer. Die auf dem Begräbnisplatz des Pferdes gepflanzte Eiche (Zenta-Eiche) steht noch heute dort. Am 21.10.1697 endete das Leben des Greizer Grafen im Kapuziner-Kloster von Szegedin. Den Leichnam Heinrich VI. überführte seine Witwe Henriette Amalie nach Greiz und ließ ihn dort in der Stadtkirche beisetzen. Der Prunksarg Heinrich VI. ist auf der ersten Empore in der Stadtkirche St. Marien zu besichtigen. Die Greizer Zentastraße erinnert an das Wirken dieses Grafen für das christliche Europa.

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