Sala, Oskar - Dr. h. c.

    Geboren: 18. Juli 1910 in Greiz

    Gestorben. 27. Februar 2002 in Berlin

    Oskar Sala, ältester Sohn des Augenarztes Dr. med. Paul Sala und dessen Ehefrau Annemarie, leistete auf dem Gebiet der elektronischen Musik mit der Entwicklung neuer Klangfarben Pionierarbeit. Neben dem Besuch des Realgymnasiums mit Oberrealschule erhielt Oskar Sala Klavierunterricht. Schon während der Schulzeit konzertierte er 1927 erfolgreich als Solist und mit dem Philharmonischen Orchester Greiz. Nach dem Abitur 1929 nahm er deshalb ein Studium an der Hochschule für Musik in Berlin mit den Hauptfächern Komposition und Klavier auf. Er kam in Kontakt mit dem Physiker Dr. Trautwein, der in der Rundfunkversuchsstelle der Hochschule an der Konstruktion eines elektrischen Musikinstrumentes, Trautonium genannt, arbeitete. Trautwein und vor allem Oskar Sala fertigten drei Trautonien, mit denen am 30. Juni 1930 die Uraufführung der "Triostücke" begann. Eine wesentliche Neuerung gelang Sala mit der Erfindung des mit Gas gefüllten Trautoniums zur Schwingerzeugung. Die Firma "Telefunken" stellte 1933 und 1934 eine kleine Serie eines "Volkstrautoniums" her, mit dem Oskar Sala im März 1937 in Greiz zum 218. "Volksunterhaltungsabend" im "Haus der Turnerschaft" verschiedene Kompositionen spielte. Nach der Entwicklung des "Rundfunktrautoniums" wurde Oskar Sala durch die im "Deutschlandsender" veranstalteten Kurzsendungen "Musik auf dem Trautonium" bekannt. 1962 entstand die berühmte Musik zu Alfred Hitchcocks Film "The Birds". Der weltweite Erfolg dieses Films beruht nicht zuletzt auf den künstlichen, Schrecken erregenden, exakt synchronen, elektronischen Vogelschreien und dem Flattern. 1997 wurde er mit dem "Internationalen Preis für Film- und Medienmusik der Bundeskunsthalle" und 1999 mit der Verleihung der Ehrendoktor-Würde der "Hochschule der Künste" in Berlin gewürdigt. Er bekam das Bundesverdienstkreuz und das Filmband in Gold. Am 4. Mai 2005 wurde ihm zu Ehren in der Greizer Neustadt eine Straße benannt.

    Seitenanfang