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Ausstellungen
Fürstliches Naschwerk - die süße Verführung des Zuckers
Ausstellungsdauer: ab 6.12.2025
Mit Zuckerskulpturen von Albert Ziegler
„Der Conditer gehört in aller Absicht zu den Künstlern." (Sprengel 1774)
Es ist kaum bekannt, dass Zucker den handwerklichen Verarbeitungsmethoden des Glases sehr ähnlich ist. Deshalb beeinflussten kunsthandwerkliche Entwicklungen der Glasbläserei auch die süßen Gestaltungselemente des Konditors. Bei Wärmezufuhr verändert Zucker seine Konsistenz. Er schmilzt zu einer weichen, leicht formbaren Masse und wird schließlich flüssig, um bei Abkühlung zu erstarren und spröde zu werden. Durch diese Eigenschaften kann Zucker gezogen, geblasen und gegossen werden.
Zucker wurde bis zum 19. Jahrhundert ausschließlich aus Zuckerrohr der tropischen und subtropischen Klimazonen gewonnen. Die große Entfernung sowie wirtschaftspolitischen Situationen zwischen Produzenten und Konsumenten bestimmten die Exklusivität des Zuckers im 16., 17. und 18. Jahrhundert. Die Produkte der Zuckerbäckerei waren Luxusgüter und Delikatessen.
In dieser Zeit fertigten die Konditoren ihre süßen Kunstwerke fast ausschließlich in den herrschaftlichen Küchen an den fürstlichen Höfen. Die „Süße Kunst" der Zuckerbäckerei zierte die fürstliche Tafel als Genuss für Auge und Gaumen. Für die fürstlichen Tafelaufbauten und Schaugerichte aus Zucker entstanden ganze Parks, Schlösser und Häuser aus Zucker. Um diese Gestaltungselemente zu konstruieren wurden kunstvolle Ornamente und Figuren in Holzplatten gestochen.
Einzigartig in Deutschlands Museumslandschaft
Solche Holzmodel (Gussformen für Zucker) aus dem 18. Jahrhundert für die Herstellung von Tafelaufbauten befinden sich in den Sammlungsbeständen der Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz und in der Dauerausstellung des Museums im Oberen Schloss. Diese Holzmodel stammen aus dem Besitz des Hofkonditors Müller, der im 18. Jahrhundert am Fürstlichen Hof des ersten Greizer Fürsten, Heinrich XI. Reuss Aelterer Linie, im Oberen Schloss tätig war. Sie dienten der Ausformung von Bestandteilen eines Rokokogartens aus Zucker als Tafelaufsatz am Fürstlichen Hof zu Greiz.
Durch die Entdeckung dieser Holzmodel war es möglich, dass authentische Geschichte in Form eines Rokoko-Zucker-Schlossparks für Museumsbesucher erlebbar wird. Dieser Nachlass des Fürstlichen Hofkonditors Carl Siegmund Heinrich Müller aus Greiz und sind in das 18. Jahrhundert zu datieren. Das Obere Schloss war bis 1809 das Residenzschloss der Fürsten Reuss Aelterer Linie und künstlerische Tätigkeit des Hofkonditors war Bestandteil der fürstlichen Hofhaltung. Er gründete in der Greizer Teichgasse die erste Konditorei, wodurch er seine kunstfertigen Leckereien auch den Greizer Bürgern zugänglich machte.
Die traditionelle Kunstfertigkeit des Konditorenhandwerks illustrieren Zuckerskulpturen von Albert Ziegler. Diese Tier, Weihnachts- und Blumenarrangements aus Zucker fertigte er eigens für diese Sonderausstellung in Greiz.
Der Konditoreimeister und Produktionsleiter a.D. der berühmten Confiserie im traditionsreichen Café Luitpold in München interessiert und begeistert sich vor allem für die vergessene Kunst des Konditoreihandwerks im 18. und 19. Jahrhundert. Er sammelt und erforscht intensiv historische Techniken, Werkzeuge und Rezepturen. Viele Ausstellungsobjekte stammen aus seiner Privatsammlung. Durch die Wiederentdeckungen handwerklicher Techniken belebt Albert Ziegler museal überlieferte Kulturgeschichte zum Sehen, Anfassen und Schmecken.
Murmelbahn-Landschaften - Die längste Murmelbahn im Vogtland von Dietmar Reinhardt im Unteren Schloss
Begeisterte Besucher des Museums im Unteren Schloss kennen die „Längste Murmelbahn im Vogtland“, welche sich über zwei Etagen erstreckt und die Kinderaugen zum Leuchten bringt.
Unsere diesjährige Weihnachtsausstellung ist dem vogtländischen Schöpfer dieser einzigartigen Murmelbahnlandschaften gewidmet. In den historischen Räumen des Unteren Schlosses wird bis Ostern dieser SpielSpaß des Murmelns die Kinderherzen schneller schlagen lassen, denn zahlreiche Bahnen werden nicht nur das Auge erfreuen, sondern unseren großen und kleinen Gästen das Begreifen in seiner eigentlichen Bedeutung nahe bringen – wieder steht das gemeinsame Spielen im Fokus der weihnachtlichen Ausstellung des Museums im Unteren Schloss.
Der SpielSpaß im Unteren Schloss lädt ein die Museumsräume spielerisch zu entdecken und bekanntes neu zu erleben. In der Werkstatt von Dietmar Reinhardt entstehen Wandkugelbahnen und freistehende Murmeltürme in verschiedenen Größen und Fertigungsarten. Alle Murmellandschaften sind Unikate und somit einzigartig.
Immer wieder werden liebevolle Details und neue Ideen in die Murmelbahnen eingebaut. Natürliche Gegebenheiten – Baumstämme oder Zweige werden mit verarbeitet und bilden somit die Individualität dieser Schöpfungen ab. Aus Holz und Korbweide entstehen Kunstobjekte, die bezaubern und die Betrachter in eine vergangene Welt der natürlichen Kindheitsspiele, als eine Murmel in jeder Hosentasche der Kinder zu finden war, entführt. Türmchen und Burgen sind Ideengeber und lassen Kindern sowie Erwachsenen viel Platz zum träumen und entdecken.
Interaktive Kunstwerke, die als Boten aus fast vergessenen Zeiten eine Brücke in unsere Gegenwart bauen und zu einem selbstverständlichen Umgang anregen – Spiel- und Entdeckungszeit im Museum im Unteren Schloss Greiz.