Seelenlandschaften | Sonderausstellung im Museum im Oberen und Unteren Schloss Greiz | 04.10.2026 bis 22.11.2026

Seelenlandschaften - Zeitgenössische Kunst in den Residenzschlössern Greiz

Ausstellungsdauer: 04.10. - 22.11.2026

Mit fünfzehn internationalen Künstlerinnen und Künstlern entfaltet die Ausstellung ein breites Spektrum visueller Ausdrucksformen: geometrische und symbolisch aufgeladene Acrylmalerei, atmosphärische Landschaften in Öl, visionäre Mixed-Media-Bildwelten, sinnlich geprägte Figuration, Farbfeldmalerei, textbasierte konzeptuelle Arbeiten, fotografisch-malerische Hybridformen, Assemblagen und Objektarbeiten aus Vinyl sowie materialexperimentelle Ansätze. Die Vielfalt dieser künstlerischen Verfahren lässt die Idee der „Seelenlandschaft" nicht als feststehendes Bild erscheinen, sondern als eine Erfahrung, die sich aus Farbe, Oberfläche, Rhythmus, Geste, Materialität und Raum zusammensetzt.

Über diese unterschiedlichen künstlerischen Verfahren hinweg erscheint Landschaft weniger als Genre denn als Form des Bewusstseins. Ein Horizont kann Freiheit oder Trennung bedeuten; ein Farbfeld kann zu einem emotionalen Klima werden; eine materielle Spur kann Abwesenheit ebenso wie Präsenz hervorrufen. Was sich dem Auge zeigt, wird fortwährend durch Erinnerung, Begehren, Angst, kulturelle Erfahrung und Vorstellungskraft verändert. Die Werke führen vor Augen, dass die Wahrnehmung der Welt niemals vollständig von der Wahrnehmung des eigenen Selbst zu trennen ist.

Die Figuration eröffnet eine intimere Ebene. Körper und menschliches Gesicht werden zu Orten der Auseinandersetzung mit Sinnlichkeit, Selbstwahrnehmung, Identität, Verletzlichkeit und gesellschaftlicher Existenz. In sozialkritisch ausgerichteten figurativen Positionen gerät das Individuum in ein Spannungsverhältnis zu einer Welt, die von Entfremdung, Instabilität und der Suche nach Sinn geprägt ist. Die Ausstellung bewegt sich damit immer wieder zwischen persönlichem Empfinden und den größeren gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen dieses Empfinden entsteht.

Die historischen Räumlichkeiten des Museums im Unteren Schloss Greiz bilden für diese Begegnung einen besonders resonanten Rahmen. In Räumen, die von Geschichte und kulturellem Gedächtnis geprägt sind, eröffnen zeitgenössische künstlerische Positionen neue Wahrnehmungs- und Erfahrungsräume. Vergangenheit und Gegenwart treten miteinander in Dialog, während die Architektur des Museums selbst zu einem Ort der Begegnung zwischen äußerer Umgebung und innerer Reflexion wird.

Die Kunst des Widerstehens - Elly-Viola Nahmmacher und die Feuerapokalypse | neue Sonderausstellung im Museum im Oberen Schloss Greiz vom 02.10. bis 29.11.2026

Die Kunst des Widerstehens - Elly-Viola Nahmmacher und die Feuerapokalypse

Ausstellungsdauer: 02.10. - 29.11.2026

„Republikflucht in den Tod.“ (Wolf Biermann)
Am 18. August 1976 verbrannte sich Oskar Brüsewitz vor der Michaeliskirche in Zeitz.

„Die Greizer Bildhauerin Elly-Viola Nahmmacher schuf für ihn eine Grabmal-Skulptur, die sie „Feuerapokalypse" nannte.
Diese wurde von der Staatssicherheit konfisziert, ehe sie aufgestellt werden konnte.
Auf verschlungenen Wegen gelangte sie in die Partnerstadt Hofgeismar und kehrt nun in ihren Entstehungsort Greiz zurück.“

Die Sonderausstellung der Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz nutzt diesen Anlass, um die Ehrenbürgerin von Greiz und ihr Werk zu ehren. Diese Ausstellung ist ein zeitgeschichtliches Dokument künstlerischen Widerstandes gegen staatliche Willkür und politische Repressionen in der DDR.

Die ausgestellten Kunstwerke bauen eine Brücke in die gelebte und erlebte Vergangenheit der DDR-Realität sowie in die unbestimmbare Zukunft. Ihre Kunst steht für das Ewige und verkörpert eine Hoffnung, deren Kraft jeder Skulptur fühlbar immanent ist.

Die ausgestellten Werke stammen aus den musealen Sammlungen der Museen der Schloss-und Residenzstadt Greiz und werden durch die „Feuerapokalypse" ergänzt. 
Für die Greizer Ausstellung „Die Kunst des Widerstehens" sind dankenswerterweise Auszüge und Texte der Zeitzer Sonderausstellung „Oskar Brüsewitz – Zeichen gegen das Vergessen“ durch das Museum Schloss Moritzburg Zeitz zur Verfügung gestellt worden.

Die Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz bedanken sich ausdrücklich für die Unterstützung und unkomplizierte Zusammenarbeit.

 

Murmelbahn-Landschaften - Die längste Murmelbahn im Vogtland von Dietmar Reinhardt | Verlängert | Museum im Unteren Schloss

Murmelbahn-Landschaften - Die längste Murmelbahn im Vogtland von Dietmar Reinhardt im Unteren Schloss

Begeisterte Besucher des Museums im Unteren Schloss kennen die „Längste Murmelbahn im Vogtland“, welche sich über zwei Etagen erstreckt und die Kinderaugen zum Leuchten bringt.

Unsere ehemalige Weihnachtsausstellung, die nun in die Dauerausstellung integriert wurde, ist dem vogtländischen Schöpfer dieser einzigartigen Murmelbahnlandschaften gewidmet. In den historischen Räumen des Unteren Schlosses wird dieser SpielSpaß des Murmelns die Kinderherzen schneller schlagen lassen, denn zahlreiche Bahnen werden nicht nur das Auge erfreuen, sondern unseren großen und kleinen Gästen das Begreifen in seiner eigentlichen Bedeutung nahe bringen – wieder steht das gemeinsame Spielen im Unteren Schloss im Fokus.

Der SpielSpaß lädt ein die Museumsräume spielerisch zu entdecken und bekanntes neu zu erleben. In der Werkstatt von Dietmar Reinhardt entstehen Wandkugelbahnen und freistehende Murmeltürme in verschiedenen Größen und Fertigungsarten. Alle Murmellandschaften sind Unikate und somit einzigartig.
Immer wieder werden liebevolle Details und neue Ideen in die Murmelbahnen eingebaut. Natürliche Gegebenheiten – Baumstämme oder Zweige werden mit verarbeitet und bilden somit die Individualität dieser Schöpfungen ab. Aus Holz und Korbweide entstehen Kunstobjekte, die bezaubern und die Betrachter in eine vergangene Welt der natürlichen Kindheitsspiele, als eine Murmel in jeder Hosentasche der Kinder zu finden war, entführt. Türmchen und Burgen sind Ideengeber und lassen Kindern sowie Erwachsenen viel Platz zum träumen und entdecken.

Interaktive Kunstwerke, die als Boten aus fast vergessenen Zeiten eine Brücke in unsere Gegenwart bauen und zu einem selbstverständlichen Umgang anregen – Spiel- und Entdeckungszeit im Museum im Unteren Schloss Greiz.