Es geht voran... 90 Jahre Museum im Wandel der Zeit (Museum im Unteren Schloss)

90 Jahre Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz klingt nach einer strukturellen Entwicklung, die sich mit größter Selbstverständlichkeit zu den Museen wie wir sie heute kennen vollzogen hat. Jedoch 90 Jahre Museum bedeutet auch 90 Jahre mit großen gesellschaftlichen Veränderungen, die nicht spurlos an musealen Einrichtungen vorbei gehen. Moderne Museen reflektieren immer die gesellschaftliche Realität und sind in den Ausstellungen auch beeinflusst vom jeweiligen Zeitgeschmack.
90 Jahre Museum heißt auch WANDEL und VERÄNDERUNG – vor allem aber, eine historische Vergangenheit so modern in der Gegenwart zu präsentieren, um durch Bildung und Kulturarbeit in die Zukunft zu weisen.
Zwar sind die musealen Schwerpunkte: SAMMELN – BEWAHREN – ERFORSCHEN – AUSSTELLEN – VERMITTELN zeitlos, jedoch reflektieren museale Dauerausstellungen deutlich gesellschaftliche Veränderungen und Interpretationen, weil große gesellschaftliche Umbrüche immer auch eine Neuausrichtung der Kultur und Bildung zur Folge hatten.
Museen sind als Kultur- und Bildungsträger ein Spiegel der Zeit.
In Greiz haben sich viele visuelle Eindrücke und originale Texttafeln der vergangenen 90 Jahre erhalten und werden in dieser Sonderausstellung als historische Zeugnisse erstmals präsentiert. An der Greizer Museumsgeschichte wird erlebbar wie der jeweilige gesellschaftliche Rahmen das Erscheinungsbild des Museums verändert hat, denn die NS-Zeit (1933-1945) sowie die DDR-Zeit (1949-1990) haben bis heute in den historischen Räumen deutliche Spuren hinterlassen.
Die Ausstellung ermöglicht den Besuchern eine Spurensuche – beginnend bei der letzten Umbauphase des Unteren Schlosses in seiner Funktion als Wohnschloss der Fürsten Reuss Aelterer Linie, die 1886 abgeschlossen war.
Die Umnutzung als Museumsräume ging mit großen baulichen Veränderungen einher. So wurden Teile des Fürstlichen Audienzzimmers abgeteilt und in eine Bauernstube mit Balkendecke verwandelt.
Der damalige aufwändige Einbau der Bauernstube sowie der obligatorische Handwebstuhl reflektierte eindrucksvoll das damalige Verständnis, was ein Museum präsentieren muss. Die Handwebstühle bilden fast ein Leitfossil jeder Heimatstube der damaligen Zeit.
In der DDR-Zeit waren die Dauer- und Sonderausstellungen durchaus ideologisch geprägt, was man den historischen Museumsräumen im Unteren Schloss auch ansah – wieder wurde historische Bausubstanz vorsätzlich zerstört. Die Ausstellungsinhalte zur Geschichte der Arbeiterklasse korrespondierten nicht mit den historischen Raumfassungen. Die Prunköfen wurden abgerissen und die Entfernung der Seidendamaste von den Wänden erfolgte sehr gründlich, sodass die Restaurierung der Räumlichkeiten nur durch historische Fotografien des Hoffotografen Heinrich Fritz aus den Museumsbeständen erfolgen konnte.
Erst die gesellschaftlichen Veränderungen der Wiedervereinigung Deutschlands und die Rückbesinnung auf die historische Bedeutung der Residenzstadt Greiz als Hauptstadt des Fürstentums Reuß älterer Linie gaben den denkmalgeschützten, museal genutzten Räumlichkeiten des Unteren und Oberen Schlosses eine neue Bedeutung bezüglich ihrer historischen Gestaltung.
Die Wiederherstellung dieser repräsentativen Räume der Greizer Residenzschlösser in ihrer historischen Funktionalität ist seitdem eine wichtige Aufgabe der denkmalpflegerischen Zielsetzung.
 

GREIZ HAT DAS GROSSE GLÜCK UND DIE VERANTWORTUNG, EIN FAST VOLLSTÄNDIG ERHALTENES ENSEMBLE KLEINSTAATLICHER RESIDENZARCHITEKTUR FÜR ZUKÜNFTIGE GENERATIONEN ZU BEWAHREN!

2010 wurde das Museum im Oberen Schloss als „Museum zum Anfassen“ mit vielen interaktiven Spielstationen im Rahmen eines Festaktes feierlich eröffnet.
Mit dieser modernen Museumskonzeption konnte der Stadt Greiz gleichzeitig ein bauhistorischer Lehrpfad „Von der Romanik bis zum Jugendstil“ durch die Architektur der Greizer Residenzschlösser übergeben werden.
Seitdem erleben die Besucher der Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz die Landesgeschichte „Vom Land der Vögte zum Fürstentum Reuß älterer Linie“ korrespondierend mit 700jähriger Baugeschichte in der Funktionalität von nahezu authentischen Räumlichkeiten der Greizer Residenzschlösser. Die heutigen Inhalte der Dauerausstellungen des Museums im Oberen Schloss und des Museums im Unteren Schloss Greiz sind symbiotisch mit den Residenzschlössern als einzigartige Baudenkmäler verknüpft und dienen somit zu deren Erhaltung.

Roberto Legnani in Greiz - Hommage an die klassische Gitarre am 7. Mai 2020

Am Donnerstag, 7. Mai 2020, 19 Uhr gibt der international bekannte Gitarrist Roberto Legnani im Festsaal des Unteren Schlosses in Greiz ein Konzert der Extraklasse: eine Hommage an die klassische Gitarre, an ihr natürliches und grandioses Klangspektrum.

Vorverkauf: Tourist-Information Greiz, Burgplatz 12, Tel. 3661 - 689 815, und an der Konzertkasse ab 18.30 Uhr.
Weitere Informationen und Ticketreservierung: www.tourneebuero-cunningham.com und Tel. 07852 - 93 30 34.

Roberto Legnani ist von September 2019 bis Juli 2020 auf Deutschland-Tournee. Mit seiner Gitarre, dem „MODELL LEGNANI“, gebaut von Carl-Hermann Schäfer – einer „Stradivari“ unter den Gitarren –, präsentiert er virtuose und brillante klassische Kompositionen, darunter Bekanntes, aber auch von Legnani wieder entdeckte Meisterwerke, sowie seine großartigen Eigenschöpfungen, u. a. „Moods from the Song of King David“.

Unter den musikalischen Highlights sind „La Catedral“ von Agustín Barrios, eine Suite aus dem genialen Opus magnum von Dietrich Buxtehude sowie eine der grandiosen „Le Rossiniane“ aus Opus 119 von Mauro Giuliani. Mit eigenen formvollendeten Arrangements populärer Gitarrenmusik aus Irland, Italien, Spanien und Lateinamerika zaubert Legnani Heiterkeit und Melancholie auf das Podium. Das Programm bietet Musik voller Nostalgie, ein vortreffliches Stück Kulturgeschichte.

Roberto Legnanis präzises Spiel ist von höchster eleganter Meisterschaft. Er ist der Meister des sauberen Tons, einer seltenen Technik unter Gitarristen. Mit gewaltigen Klang- und Farbnuancen lässt er eine eindringliche Atmosphäre entstehen. Durch die herausragende Klarheit und die Vielseitigkeit der musikalischen Wiedergabe sowie durch seine hohe Virtuosität begeistert der „Magier der Gitarre“ immer wieder sein Publikum.
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