Landschaften - Stationen eines Lebens - Zum 110. Geburtstag des Malers & Grafikers Herbert Reiher (Museum im Oberen Schloss)

Sonderausstellung vom 23.02. - 12.05.2019 im Museum im Oberen Schloss

Die Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz erinnern mit einer Sonderausstellung im Museum im Oberen Schloss an den 1909 in Greiz geborenen Maler und Grafiker Herbert Reiher.

Der umfangreiche künstlerische Nachlass von rund 250 Werken des Künstlers wurde 2014 den Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz durch seinen Sohn, Prof. Dr. Horst Reiher, übergeben.

Die Greizer Ausstellung wurde aus diesem Nachlass sowie durch Leihgaben aus privaten und musealen Sammlungen zusammengestellt.

Herbert Reiher verließ Greiz nach dem Abitur für ein Studium an der Staatlichen Kunsthochschule Berlin. In Greifswald, Stettin, Oslo und Weimar unterrichtete er ab 1934 als Kunsterzieher. Diese Tätigkeit endete mit seiner Einberufung zum Kriegseinsatz. 1949 arbeitete Herbert Reiher wieder als Kunsterzieher – nunmehr in Erfurt und Weimar. Fünf Jahre später war er Dozent für Kunsterziehung in Greifswald, Berlin, Weimar und Erfurt. Er wurde Mitglied des Verbandes Bildender Künstler.

Seine Pensionierung im Jahre 1974 eröffnete dem Maler und Grafiker die Möglichkeit, fortan als freischaffender Künstler zu arbeiten. 1981 verstarb Herbert Reiher in Weimar.

Herbert Reiher zu seinen Bildern:       

„[...] meine Form der Tagebuchführung erfolgt nonverbal in Form von Zeichnungen und Malereien.“
Prof. Dr. med. Horst Reiher beschreibt das künstlerische Schaffen seines Vaters  wie folgt:

„Neben seinen graphischen Arbeiten mit Zeichnungen und Lithographien gehörten zu den bevorzugten Techniken die Aquarellmalerei, Tempera, Gouache und die Ölmalerei. Im späteren Leben beschäftigte er sich zunehmend mit der „Kunst am Bau“ unter Verwendung von Silikatfarben. So gestaltete er zahlreiche Außenwände an öffentlichen Gebäuden, wie zum Beispiel Schulen und Kindergärten (Weimar, Erfurt, Sömmerda, Heiligenstadt, Zarrentin). Interessant sind die figürlichen, meist graphischen Werke der dreißiger und vierziger Jahre mit einer sicheren und klaren Strichführung, die an Gustav Seitz erinnern. Sein Hang zur Landschaftsmalerei zieht sich durch sein Lebenswerk, wobei auch hier unterschiedliche Techniken zur Anwendung gelangten.“

Die Greizer Ausstellung folgt seinen Lebensstationen chronologisch und betont in diesem Kontext seine individuelle Stilistik sowie künstlerische Entwicklung.

Woher kommt das Osterei? Kulturgeschichte und Gestaltungstechniken (Museum im Unteren Schloss)

Sonderausstellung vom 31.03. - 12.05.2019 im Museum im Unteren Schloss

Wer kennt nicht den Zauber der Osterzeit – den Duft des Frühlings, die wärmenden Sonnenstrahlen, die bunte Vielfalt der Farben und das sagenhafte Grün in all seinen Nuancen.

Zum Osterfest sind es oft Kinder, die mit ihren Familien in diesem Grün geschäftig verborgene Ecken, Mulden und Büsche durchsuchen, um auch das letzte Versteck des Osterhasen zu enttarnen und beglückt die bunten Eier in den Osterkorb zu legen.

Für die meisten Menschen unserer Region verbindet sich das Osterfest mit der Suche nach den Ostereiern im Kreise der Familie und Freunde.

Das Osterei ist ein Symbol, welches jeder Mensch unseres Kulturkreises kennt, dessen eigentliche Bedeutung aber oftmals in Vergessenheit geraten ist.

Woher kommt das Osterei?

Das Ei war zu allen Zeiten und allen Kulturkreisen ein Symbol der Fruchtbarkeit und des Lebens – es symbolisiert das Wunder der Geburt.

Für Jeden wahrnehmbar entschlüpft der zerbrechlichen Schale ein neues Leben als Zeichen des ewigen, hoffnungsvollen Neubeginns.

Das Ei symbolisiert den Zyklus der Natur – im Frühling bringen die meisten Tiere ihre Jungen zur Welt und die Saat kommt in die Erde.

Es ist wenig verwunderlich, dass das Ei als Liebesgabe unverzichtbar ist und dem Ei im Volksglauben eine große Aufmerksamkeit zu teil wurde. Die kulturgeschichtliche Bedeutung ist für Fürstenhöfe, Kirchen, Bürger- und Bauernstuben gleichermaßen belegt.

Die gewaltige Symbolkraft verdeutlichen kultische, religiöse und gestalterische Bezüge in einer Vielzahl von Werken der Bildenden Kunst sowie des Kunsthandwerkes.

Unser allseits beliebtes, buntes Osterei ist in unserem Kulturkreis vordergründig als christliches Symbol für die Auferstehung nach dem Tod - das ewige Leben - zu deuten.

Die Tradition des Eierfärbens hingegen war, trotz einer christlich geprägten Farbsymbolik, ursprünglich vermutlich eine recht praktische Denkhilfe für den Verzehr von Eiern nach der Fastenzeit – eine Verfallserinnerung für die Verderblichkeit, der in diesem Zeitraum gelegten Hühnereier des jeweiligen Hofes.

Als Fastenzeit werden die 40 Tage zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag bezeichnet, welche traditionell Christen durch eine gewisse Enthaltsamkeit oder besondere Vorsätze auf die Freuden und Genüsse des Osterfestes vorbereiten sollen.

Die Enthaltsamkeit bezog sich natürlich auch auf den Verzicht einiger Nahrungs- und Genussmittel.

Das Ei gehörte auch dazu.

Um die Eier über diesen langen Zeitraum haltbar zu machen, wurden diese gekocht und farblich markiert. Durch das Färben der Eier konnte das Legedatum wöchentlich problemlos erkennbar gemacht und eventuellen Magenverstimmungen vorgebeugt werden. Die Farbenwahl entsprach oftmals einer christlich geprägten Farbsymbolik.

Den dadurch bedingten Überschuss von bunten Eiern zu Ostern, förderte die Herausbildung vieler österlicher Traditionen in unserer Region.

Die Sonderausstellung der Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz präsentiert im Museum im Unteren Schloss Greiz eine Auswahl einzigartiger Ostereier aus dem Besitz der Familie Breitkreutz.

In der Ausstellung demonstrieren über 1000 Ostereier aus dieser einmaligen Sammlung die Vielfalt der Gestaltungstechniken und Kulturgeschichte rund um das Osterei.

Lassen Sie sich von den über 60 vorgestellten Techniken für die Gestaltung Ihrer Ostereier inspirieren, nehmen Sie den Zauber der fabelhaften Ostereierwelt mit nach Hause.

Zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung am Sonntag, dem 31. März 2019, 11.00 Uhr, im Festsaal des Unteren Schlossen sind alle Interessierten herzlich eingeladen.