Veranstaltungskalender

6. Sinfoniekonzert

der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach

Termin
Freitag, 26.02.2027 19:30 Uhr
Veranstaltungsort
Vogtlandhalle Greiz
Carolinenstraße 15
07973 Greiz
Veranstalter
Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach e.V.
Ansprechpartner: Matthias Pohle
Schirmer, Ragna (Foto Maika Helbig) 1 q

Die Konzerteinführung findet vorab 18:45 Uhr im großen Saal statt.

Ennio Morricone (1928–2020)
Suite aus der Filmmusik zu Spiel mir das Lied vom Tod

George Gershwin (1898–1937)
Concerto in F

Leonard Bernstein (1918–1990)
Sinfonische Tänze aus dem Musical West Side Story
 

Der Wilde Westen und eine Mundharmonika – jeder hat sofort Bilder vor Augen und vor allem eine Melodie im Kopf. Ennio Morricone (1928–2020) hat mit seiner Filmmusik zu Spiel mir das Lied vom Tod nicht nur meisterhaft einen Teil zu diesem Film beigetragen, sondern einen der bedeutendsten Soundtracks der Filmmusikgeschichte geschrieben.

Nachdem sich George Gershwin (1898–1937) bereits als Kind selbst das Klavierspielen beigebracht hatte und sich sowohl für die klassischen Komponisten als auch für die neuartige Jazzmusik interessierte, gelang ihm ab den 1920er Jahren eine einzigartige Symbiose dieser so unterschiedlichen Klangwelten: Nur ein Jahr nach seiner Rhapsody in Blue folgte mit dem Concerto in F ein Klavierkonzert, das erneut die klassische Tonsprache und den Jazz vereint.

Zur gleichen Zeit etablierte sich in den USA ein neues Genre: das Musical. Die bisher eher losen Aneinanderreihungen von Tanz, Schauspiel, Musik, Slapstick und anderen Elementen in den Shows am New Yorker Broadway wuchsen durch eine sie verbindende Geschichte, die meist in der amerikanischen Alltagswelt spielte, zu dieser neuen Gattung zusammen. Leonard Bernstein (1918–1990) trug 1956 mit dem Musical West Side Story einen bedeutenden Teil zur noch jungen Geschichte des Musicals bei. Mit seiner in New York spielenden Romeo und Julia-Geschichte, die er sowohl mit den Hoffnungen als auch mit den Problemen des Migranten-Milieus verbindet, schuf er ein bis heute brandaktuelles Werk. Einige der mitreißenden Tänze haben schnell ein Eigenleben auf der Konzertbühne entwickelt.
 

Ragna Schirmer ist eine preisgekrönte Pianistin und zählt zu den außergewöhnlichen Musikerpersönlichkeiten unserer Gegenwart. In ihren Interpretationen vereinen sich die Kunst der Nuance mit einer kompromisslosen Liebe zum Detail sowie einer großen Sensibilität für historische Bezüge.

Als Studentin erregte sie erstmals internationale Aufmerksamkeit, als sie nach dem Gewinn des Bachpreises beim renommierten Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb in Leipzig erneut ebendort antrat und den Preis als einzige Teilnehmerin in der Geschichte des Wettbewerbs zum zweiten Mal errang. Dieser Mut, das Ungewöhnliche zu wagen, wurde zum Leitmotiv ihrer Karriere.

Dieses spiegelt sich etwa in dem unermüdlichen Bestreben wider, Musik nicht nur darzubieten, sondern auch zu vermitteln und die gängigen Konzertformate beständig weiterzuentwickeln. Ihre sorgfältig kuratierten und moderierten Solo-Programme reichen weit über übliche Gesprächskonzerte hinaus. Sie führen dorthin, wo Musik auf Geschichte, Wahrnehmung und Haltung trifft.

In ihrem neuesten Projekt „Den Himmel im Herzen“ etwa behandelt sie Leben und Werk der blinden Komponistin und Mozart-Zeitgenossin Maria Theresia Paradis. Das Publikum hört ein Konzert bei teilweise stark gedämmtem Licht und erlebt so, wie sich Klangwahrnehmung verändert, wenn das Sehen in den Hintergrund rückt.

Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf Lebenswerk und Wirkungskosmos der Clara Wieck-Schumann. Durch ihre Einspielungen „Liebe in Variationen, Clara und Madame Schumann“ sowie Hunderten von moderierten Konzerten mit rekonstruierten Originalprogrammen, zum Teil an Originalspielorten und auf Originalinstrumenten, hat sie nicht nur die Werke dieser Komponistin und Pianistin neu erfahrbar gemacht, sondern zugleich deren Rolle in der Musikgeschichte nachhaltig gewürdigt. Für ihr Engagement erhielt sie den Schumann-Preis der Stadt Zwickau.

In spartenübergreifenden Projekten wie VolkseigenTon über DDR-Lyrik zwischen Dissidenz und Anpassung oder in einer Marionetten-Adaption des Triadischen Balletts von Oskar Schlemmer verbindet sie Musik mit Literatur sowie darstellender und bildender Kunst. Das gemeinsam mit dem Puppentheater Halle entwickelte Stück „Konzert für eine taube Seele“ über das Leben Maurice Ravels wurde in über zehn Jahren 125 Mal aufgeführt. Das Ballett „Clara“ am Opernhaus Zürich, in dem sie den Part der Klaviersolistin innehat, geht 25/26 in die zweite Spielzeit. Mit dem Schlagzeuger Matthias Daneck entwirft sie im Duo PiaCussion Programme, in denen die rhythmische Dimension der Musik neu erlebbar wird: von Beethovens innovativen „Off-Beat“-Experimenten bis hin zu einer Klavier-Percussion-Version der Bilder einer Ausstellung von Modest Mussorgsky.

Ihre Diskographie umfasst 19 CDs, 2 DVDs und 2 Vinyl-Einspielungen, die ihr facettenreiches künstlerisches Schaffen eindrucksvoll dokumentieren. Die Gesamtaufnahme der Klaviersuiten von Georg Friedrich Händel wurde mit dem ECHO Klassik sowie dem Händel-Preis der Stadt Halle ausgezeichnet.

Seit vielen Jahren arbeitet sie intensiv als Pädagogin sowohl in der Hochbegabtenförderung als auch im Hochschulbereich. Über ihre Erfahrungen, Werte und Ansichten schreibt sie mehrmals im Jahr KlavierKolumnen.

Seit dem Herbstsemester 2025/2026 ist sie Professorin für Klavier an der Zürcher Hochschule der Künste.

 

Tickets gibt es in der Vogtlandhalle Greiz (tickets@vogtlandhalle.de | 03661 62880) oder in der Tourist-Information Greiz (tourismus@greiz.de | 03661 703-293).